Das Belgien-Tagebuch
29 | 08 | 2010 Eintrag 428 | 08 | 2010 Eintrag 3
27 | 08 | 2010 Eintrag 2
26 | 08 | 2010 Eintrag 1
Tagebuch Belgien
Hi!
Was für ein Rennen. Es war wirklich schade, dass es heute so
ausgegangen ist, vor allem, weil ich einen guten Start hatte. Am Schluss dann dachte ich, im Regen nochmal zurückkommen zu können, aber der Reifenschaden machten diese Hoffnung dann zunichte.
Die Situation mit Jenson war natürlich blöd und meine Schuld. Ich habe
versucht ihn zu überholen, bin beim Bremsen auf der letzten Rille das Auto auf einer Bodenwelle verloren. Es gab für
mich dann keine Chance mehr, es zu halten und deswegen sind wir
kollidiert. Dadurch war dann sein Rennen zu Ende und ich musste an die
Box. Aber es war natürlich absolut keine Absicht. Zu keiner Zeit. Ich wollte unbedingt vorbei, weil hinter mir Kubica Druck machte und Button mich besonders im mittleren Sektor aufgehalten hatte. Es ging diesmal leider schief.
Im Bezug auf die Weltmeisterschaft wird es jetzt sicher etwas
schwerer, auch wenn man sich die letzten Rennen ansieht: Da ging es
oft drunter und drüber. Sicher hätten wir heute einige wichtige Punkte
holen können, aber jetzt müssen wir mal schauen, wie alles weitergeht.
Zum Glück ist unser Auto nach wie vor schnell und es liegen noch
einige Rennen vor uns. Genau sechs nämlich.
Ich bin ein Kämpfer und 31 Punkte Rückstand hören sich viel an - aber im letzten Jahr hatte ich in der Relation gesehen einen größeren Rückstand und hätte es trotzdem fast geschafft.
Es gibt keine Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Ein gutes Beispiel dafür niemals aufzugeben, gab am Samstag der FSV Mainz 05. In Wolfsburg lagen sie schon 0:3 zurück, keiner hat noch einen Pfifferling auf sie gegeben.
Am Ende aber haben sie noch 4:3 gewonnen. Das hat mich besonders gefreut, weil den Mainzer Trainer Thomas Tuchel im Sportstudio getroffen habe. Ich war schwer beeindruckt von seiner Einstellung und deshalb hat mich der Mainzer Sieg doppelt gefreut.
Und, wie gesagt: Wer zu schnell aufgibt, sollte sich dieses Spiel vor Augen führen.
Euer Sebastian
Hi!
Das Qualifying war heute eine sehr enge Geschichte und bei dem Wetter hätte alles passieren können. Man konnte in Q1 ganz gut sehen, wie schnell das in die Hose gehen kann: Ich war der letzte in der Reihe, hatte zwar keinen Verkehr aber dafür das ganze Wasser auf der Strecke, was mit den Trockenreifen sehr heikel ist.
Alles in allem war das Q2 ganz solide und im Q3 habe ich leider ein paar Fehler am Anfang des zweiten Sektors gemacht und war vielleicht etwas zu konservativ unterwegs.
Für die Pole hat es zwar heute nicht gereicht, aber ich bin dennoch zufrieden, auch weil das Auto wieder sehr schnell und gut unterwegs war. Im Bezug auf morgen ist, sollte das Wetter sein wie heute, aber alles drin. Deswegen konzentrieren wir uns voll und ganz auf den Start und ich hoffe, noch einiges aufholen zu können.
Bis morgen, Sebastian
Hallo!
Mein Fazit nach dem ersten freien Training heute: In Spa bei Regen zu fahren macht richtig viel Spaß! Die Eau Rouge fährt man ja, wenn es trocken ist, sehr schnell. Im Regen muss man sich dagegen langsam herantasten, um den richtigen Weg durch sie hindurch zu finden.
Wir waren heute zwar nicht ganz vorne, aber es ist immer schwer am Freitag zu sagen, wo genau man sich in den folgenden Tagen platziert. Ich denke, wir waren ganz gut dabei. Mit dem Wetter wird es sicher noch eine richtige Lotterie werden. Unser Auto und vor allem die Balance waren heute sehr gut, was extrem wichtig ist. Durch den Regen waren wir ja etwas eingeschränkt, auch was die Reifen betrifft, aber mir macht es immer Spaß zu fahren, egal ob es regnet oder die Sonne scheint.
Klar, wir hatten schon lange kein Regenrennen mehr, aber wir werden sehen, was uns der Wettergott an dem Wochenende präsentieren wird.
Bis morgen! Sebastian
Hi!
Endlich ist es soweit: Der Urlaub ist vorbei. Es war zwar wirklich schön, einfach mal wieder die Seele baumeln zu lassen und die Batterien aufzuladen, aber ich freue mich nun auf die beiden letzten Rennen in Europa. Jetzt gilt es wieder in den Rennrhythmus zu finden.
Wir konzentrieren uns jetzt voll und ganz auf die vor uns liegenden Rennen - ab jetzt zählt jeder Punkt, da das Feld nach wie vor ziemlich nah beinander liegt. Sicher, wir hätten bestimmt den einen oder anderen Punkt mehr mitnehmen können - na und, was kann ich jetzt noch ändern? Bei uns zuhause sagt man: Wenn der Hund nicht geschissen hätte, hätte er die Katze gekriegt. Übersetzt heißt das: Wichtiger als rumzujammern ist, sich ganz auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren.
Alles, was in der Vergangenheit passiert ist, ist abgehakt und wird uns nicht mehr beeinflussen. Wir werden uns darauf konzentrieren, den Fokus nie zu verlieren und uns nicht von außen ablenken zu lassen.
Spa selbst ist eine wunderschöne Strecke und mit unserem Auto darauf zu fahren macht unglaublich Spaß. Das Auto ist immer noch sehr gut und verlässlich, daher haben wir also allen Grund optimistisch zu sein.
Aber ich warte mit genauen Prognosen noch ein bisschen.
Bis morgen, Sebastian
Tagebuch Ungarn
Hi!
Im Prinzip hatten wir ein gutes Rennen, für das Team haben wir wichtige Punkte geholt, aber natürlich hätten es heute noch mehr sein können. Eine kleine Unachtsamkeit meinerseits hat das leider verhindert. Es war mein Fehler.
Also, es war ganz einfach: Ich dachte, dass das Safety Car noch eine weitere Runde fahren würde und dadurch ist auch der Abstand entstanden. Erschwert hat die Situation auch, dass auf einmal die Funkverbindung zum Team weg war. Ich habe auf einen Funkspruch gewartet in der Art: "Achtung, in dieser Runde kommt das Safety-Car" herein - aber der kam nicht, warum auch immer.
Ich wusste im ersten Moment auch nicht, wieso ich die Durchfahrtstrafe bekommen habe und war dementsprechend irritiert.
Am Ende bin ich dann auch noch hinter Fernando stecken geblieben. Ich war zwar schneller, aber hier gibt es wirklich sehr wenige gute Momente zum Überholen.
Aber alles in allem ist das Thema morgen schon wieder vergessen. Natürlich wäre es schöner gewesen, mit einem gewissen Abstand in die Sommerpause zu gehen, aber wir machen uns keine Sorge. Wenn man zurückblickt haben wir doch bewiesen, was in uns steckt und in zwei bis drei Rennen kann alles schon wieder anders aussehen.
Unser Auto ist schnell und ich habe volles Vertrauen in mein Team und meine Leistung.
Jetzt erholen wir uns erst mal in der Sommerpause und ich melde mich wieder aus Spa, beim Großen Preis von Belgien!
Bis dahin wünsche ich auch Euch eine schöne Sommerpause!
Bis Ende August
Hi!
Was für ein toller Tag! Natürlich ist der Samstag nicht ganz so wichtig wie der Sonntag, aber nach der vierten Pole Position hinter einander können wir doch stolz auf uns sein. Dieser Tag gehört dem Team, die mir wieder mal ein tolles Auto hingestellt haben, womit wir die beste Ausgangsposition für morgen haben. Der Start sollte morgen auch gut klappen. Sicher hatten wir beim letzten Rennen ein paar Schwierigkeiten, aber ich denke, dass die nicht mehr auftreten werden.
Es ist auch schön, ein kleines Zeitpolster auf die Verfolger zu haben, aber im Endeffekt sind es morgen beim Start dann nur mehr acht Meter.
Nicht mehr und nicht weniger. Wir müssen einfach darauf achten, morgen optimal wegzukommen und so mit unserem Auto, das nach wie vor zu den schnellsten im Feld gehört, unseren Vorsprung herauszufahren.
Eine kleine Sache noch: Ich habe heute ein kleines Teil vom Auto verloren, aber das habe ich selbst gar nicht gemerkt. Es hatte auch keinerlei Auswirkungen auf das Auto selbst und ist mittlerweile gerichtet worden. Keinerlei Probleme also.
Ich freue mich auf das morgige Rennen und hoffe auf einen perfekten Start!
Bis morgen, Sebastian
Hi!
Das erste freie Training heute ist wirklich gut gelaufen. Natürlich sagen die Zeiten noch nicht allzu viel aus, aber es ist trotzdem wichtig, vorne mit dabei zu sein. Alles in allem bin ich sehr zufrieden, es gab keine Probleme mit dem Auto und es war einfach ein durchaus solider Freitag.
Ferrari war erwartungsgemäß stark, aber wie gesagt, wir müssen erst einmal abwarten wie sich alles morgen im Qualifying entwickelt. Wir versuchen einfach unser Bestes zu geben und ich denke, dass es morgen noch ganz eng werden kann. Die McLarens zum Beispiel haben schon oft über Nacht einen großen Schritt gemacht. Man darf die Konkurrenz einfach nie unterschätzen.
Vielleicht noch ein paar Gedanken zum Thema „Teamspirit“: Als Fahrer muss man natürlich auch ein bisschen egoistisch sein, vor allem, wenn es um die Weltmeisterschaft geht. Aber ich denke, dass es die gesunde Mischung ist, die ein gutes Verhältnis ausmacht. Ich habe das Team und die Konstrukteursmeisterschaft immer im Hinterkopf und möchte natürlich am liebsten beides gewinnen.
Wir hören uns morgen nach dem Qualifying!
Ein dann hoffentlich bestens gelaunter SebastianHi!
Ich muss zugeben, nach dem letzten Wochenende könnte man meinen, dass ich jede Menge über Starts nachgedacht haben muss. Hab ich aber nicht.
Der Fehler, den wir in Hockenheim gemacht haben, hat uns zwei Plätze gekostet, aber wir haben ihn gefunden und werden darauf achten, dass er nicht noch mal passiert.
Man muss beim Starten einfach auf viele Kleinigkeiten achten: Wie die Kupplung reagiert oder wie sich das Auto auf den ersten paar Metern verhält. Es hängt einfach auch viel an der Elektronik und das war bei uns auch letzte Woche das Problem.
Natürlich ärgert man sich in dem Moment ein wenig, aber das kann man Dank der Helme zum Glück nicht sehen. Man überlegt sich einfach in der Situation, was man am Besten machen kann, um den Schaden zu minimieren. Solche Sachen kann man sich im Vorhinein zwar schön ausmalen, aber meistens kommt es immer anders, als man es sich vorstellt. Man darf nur, egal was passiert, nie den Kopf hängen lassen und immer weitermachen.
Genauso wenig darf man sich von äußeren Diskussionen und Ereignissen beeinflussen lassen. Wir konzentrieren uns lieber voll auf uns und wollen einfach möglichst viele Punkte holen, um am Ende ganz oben zu stehen. Das gilt für die Meisterschaft genauso wie für die Konstrukteursmeisterschaft.
Für das Rennen am Hungaroring bin ich sehr positiv gestimmt und mache mir auch keine Sorgen wegen Ferrari, auch wenn die letzte Woche sehr schnell waren. Unser Auto hat seine Schnelligkeit und Verlässlichkeit immer wieder bewiesen und wird sicher auch dieses Wochenende eine gute Leistung bringen.
Bis morgen, Sebastian
Tagebuch Deutschland
Hallo Leute!
Beim Start ist mir zuerst die Drehzahl und dann das Herz fast in die Hose gerutscht.
Der Grund: Ich hatte kurz Angst, dass der Motor mir absterben würde. Das ist dann zwar nicht passiert, aber ich habe so viel an Beschleunigung verloren, dass ich Alonso nicht mehr halten konnte. Überrascht hat mich allerdings, dass auch Felipe an uns vorbeiziehen konnte….
Die Ferraris waren einfach das ganze Wochenende schnell und haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. Zudem ist ihrem Auto die Strecke wirklich gut gelegen. Im Hinblick auf die Meisterschaft mache ich mir aber keine Sorgen. Am Ende zählt nämlich nicht nur, wieviele Rennen man gewonnen hat, sondern auch jeder zweite, dritte und vierte Platz. Jeder Punkt ist wichtig.
Deswegen können wir mit unserem Rennen heute auch wirklich zufrieden sein. Klar, es wären mehr Punkte drin gewesen, aber ein dritter und sechster Platz bringt auch einiges ein und das zählt am Schluss.
Außerdem war es für mich wirklich etwas Besonderes bei meinem Heim- Grand-Prix aufs Podium zu fahren.
Wir konzentrieren uns aber jetzt schon voll auf nächste Woche und fahren mit guter Laune und noch besserer Stimmung nach Ungarn.
Zum Schluss möchte ich mich noch kurz bei allen Fans bedanken, die dieses Wochenende zu etwas Einzigartigem gemacht haben. Eure Unterstützung ist etwas ganz wertvolles und ich möchte mich aus ganzem Herzen dafür bedanken. Ihr seid die Besten!
Bis nächste Woche,
Sebastian
Hallo Leute!
Mein Gott, war das knapp! Am Ende des Q3 ist es doch noch wirklich eng geworden. Ich habe in der letzten Runde einfach alles gegeben und darauf geachtet, wirklich jede Kleinigkeit perfekt zu machen. Und am Ende hat es sich dann auch ausgezahlt. Die Pole Position auf der sauberen Seite ist für morgen definitiv die beste Ausgangslage und ich hoffe, dass ich dann eine freie Fahrt genießen kann.
Das Ferrari doch soweit vorne war, hat uns nicht wirklich überrascht, die waren schon das ganze Wochenende sehr gut unterwegs. Die Strecke scheint ihrem Auto sehr gut zu liegen. Aber da sieht man wieder, dass jede Strecke doch andere Anforderungen hat. Ich glaube, dass wir mit unserem Auto für morgen gut gerüstet sind und den Grand Prix sicher gut abschließen können.
Ein ganz besonderes Gefühl war natürlich die Auslaufrunde nach dem Qualifying: Man hat gemerkt, dass die Fans aufgestanden und applaudiert haben und ich würde mich morgen gerne mit einem Sieg bei ihnen für ihre Unterstützung revanchieren.
Ich hoffe für morgen auf schönes Wetter und ein tolles Rennen!
Bis bald,
Sebastian
Hallo Leute!
Was für ein Tag. Das Wetter war ja zum Teil echt miserabel. Das habe ich auch selbst zu spüren bekommen, als ich vor dem Motodrom zu weit nach links gekommen bin. Da war irgendeine nasse Spur und schon bin ich im Kiesbett gelandet. Aber keine Sorge, es ist überhaupt nichts passiert. Ich musste lediglich in die Garage um die Steine aus dem Sitz zu bekommen, das war alles.
Ich muss hier noch ein kurzes Lob an die tollen Fans loswerden. Trotz des Wetters waren viele Leute auf den Tribünen, mehr als sonst an einem Freitag, den ich je in Hockenheim erlebt habe. Wirklich toll.
Zum Training: Auf Grund der Verhältnisse kann ich alles noch sehr schwer einschätzen. Ferrari war heute mit beiden Autos sehr gut und die McLaren hatten vielleicht nicht ihren einfachsten Tag, aber die darf man nie ganz abschreiben. Morgen kann das alles schon wieder anders aussehen. Wir waren heute eigentlich ganz gut dabei, ich fühle mich auf der Strecke sehr wohl und das auch, weil ich sie ja schon gut kenne. Alles in allem glaube ich aber, dass wir an diesem Wochenende alle Hände voll zu tun haben werden. Trotzdem habe ein durchaus positives Gefühl. Auch wenn ich ans morgige Qualifying denke.
Bis morgen, Sebastian
Hi Leute!
Endlich sind wir in Hockenheim angekommen. Ich komme nach dem guten Rennen von Silverstone mit einem sehr positiven Gefühl hierher.
Natürlich hatte ich eine schwere Anfangsphase beim letzten Grand Prix, aber im Endeffekt haben wir das beste draus gemacht. Dementsprechend gut habe ich mich auch in England gefühlt.
Noch besser gelaunt bin ich heute vor allem nach dem tollen Wochenende, das ich hinter mir habe. Letzten Sonntag durfte ich ja mit einem Formel-1-Wagen durch meine Heimatstadt Heppenheim fahren, und das war etwas ganz Besonderes für mich. Dass so viele Leute gekommen sind, hat mich wahnsinnig gefreut und gibt mir für dieses Wochenende auch ein gutes Gefühl.
Ich bin schon sehr gespannt, wie das Publikum während den nächsten Tage aussehen wird. Aus früheren Jahren ist ja bekannt, dass die Farbe rot bei den Kappen immer sehr dominierend war. Aber ich bin mir fast sicher, dass in diesem Jahr auch andere Farben dabei sein werden, hoffentlich auch viel blau.
Das Wetter ist heute leider noch nicht so gut, irgendwie englisch – ich habe mich als guter Gastgeber bei der Presserunde dafür entschuldigt. Aber ich habe gehört, dass es am Sonntag schön wird und heiß und dass dann der „Kessel Motodrom“ kochen wird. Ich hoffe, dass viele Leute kommen und dass dieses Rennen dann - genau wie mein Homerun letzte Woche - wieder etwas ganz Spezielles wird.
Ich freue mich schon auf meine ersten Runden am Hockenheimring und melde mich morgen wieder!
Euer Sebastian
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Tagebuch Großbritannien
Hi!
Es gibt Tage, da sollte man lieber im Bett liegenbleiben. Heute war so einer – zumindest am Anfang des Rennens. Es fing beim Start schon an. Ich habe mit der Kupplung ein bisschen zuviel gewollt und bin dadurch relativ schlecht weggekommen. Dadurch gewann Mark den Start und Hamilton kam mir sehr nahe. Wahrscheinlich zu nahe, denn es kann gut sein, dass sein Frontspoiler meinen Reifen aufschlitzte. Ich hatte leider gleich am Anfang der Runde einen Plattfuss – es kostete mich unendlich viel Zeit, zurueck an die Box zu kommen. Ich kam mir vor wie der Passagier in einem Bummelzug. Ich dachte so fuer mich, ok, das Rennen ist gelaufen, es sei denn es gibt noch eine Safety-Car-Phase. Die harten Reifen, die wir aufgezogen hatten, um uns einen weiteren Reifenstopp zu ersparen, waren jetzt ein Geschenk. Ab jetzt hatte ich richtig viel Spass im Rennen.
Am Ende habe ich mir am Force India die Zaehne ausgebissen, dessen Auto auf der Geraden einfach das schnellste ist. Beim Überholen haben wir uns dann kurz berührt, was aber sicher keine Absicht war. Im Endeffekt konnte ich noch sechs Punkte retten – die koennen nochmal sehr wichtig werden. Ich gratuliere Mark zu seinem Sieg.
Jetzt bereite ich mich erstmal auf meinen Homerun Zuhause in Heppenheim vor und freue mich dann auf meinen Heim Grand Prix am Hockenheimring.
Bis bald,
Sebastian
Hi!
Was für ein Qualifying! Ich kann gar nicht sagen wie froh ich über diesen ersten Platz bin – gerade hier in Silverstone ist das etwas Außergewöhnliches. Es sah heute bei uns einfach gut aus und wir haben die wichtigste Aufgabe, beide Autos nach vorne zu bringen, bestens umgesetzt.
Am Anfang hatten wir noch ein kleines Problem mit dem Frontflügel, das ich zuerst gar nicht so schwer eingeschätzt hätte. Dadurch, dass wir Fahrer ja ziemlich tief sitzen, sehen wir den Flügel überhaupt nicht. Gott sei Dank hatten wir aber noch einen Ersatzflügel, sodass ich mit dem Auto weitermachen konnte.
Natürlich gibt es für heute keine Punkte, der Tag der Entscheidung ist nun mal morgen. Deshalb ist es wichtig sich zu konzentrieren und mit beiden Füßen am Boden zu bleiben. Das morgige Rennen wird mit Sicherheit sehr lang und hart, was für den Fahrer und das Material gleichermaßen belastend ist. Aber im Moment sprechen die Vorzeichen für uns, und das ist enorm wichtig vor so einem Rennen.
Drückt mir also die Daumen, dass morgen alles gut klappt!
Ach ja: Zum Schluss möchte ich noch der deutschen Fußballnationalmannschaft alles Gute und viel Glück für das heutige Spiel gegen Uruguay wünschen. Ich werde vor dem Fernseher sitzen und Ihnen fest die Daumen drücken!
Bis morgen, Euer Sebastian
Hallo!
Das erste Training hier in Silverstone ist vorbei und ich muss
gestehen, es war nicht alles perfekt. Ich hatte ein paar Probleme mit
dem Bremspedal, das ein bisschen zu weich und lang war. Da wir hier
nicht allzuviele Kurven haben, wo man stark abbremsen muss, ist das nicht
dramatisch, aber in den Kurven, in denen man bremsen muss, merkt man es
doch schon deutlich. Aber ich bin deswegen nicht beunruhigt und
ziemlich sicher, dass wir das bis morgen beheben können.
Der neue Streckenteil hat es ganz schön in sich. In Kurve 11 gibt es
eine riesige Bodenwelle, bei der es die Autos so versetzt, das man
glaubt man würde vom Stuhl fallen. Ansonsten ist der neue Teil aber
ganz okay und auch nicht ganz so langsam wie man vorher gedacht hat.
Trotz der kleinen Startschwierigkeiten von heute habe ich alles in allem doch ein sehr gutes Gefühl. Das Auto ist wirklich gut und macht mir sonst keine Probleme. Aber wie immer müssen wir das morgige
Qualifying abwarten um genauere Rennvorhersagen zu machen.
Also dann, bis morgen.
Euer Sebastian
Hallo,
bevor ich mit der Formel 1 beginne, möchte ich kurz etwas zum Fußball sagen: Natürlich ist es Schade, dass Deutschland jetzt ausgeschieden ist, aber der Sieg der Spanier war gerecht. Trotz alledem haben wir eine sehr gute deutsche Mannschaft gesehen und wir können stolz auf uns sein.
Nun zum Motorsport: In Silverstone zu fahren ist natürlich etwas ganz Besonderes. Hier letztes Jahr zu gewinnen war wie ein Traum, der wahr geworden ist und hoffentlich können wir das dieses Jahr wiederholen.
Die Strecke wurde zwar etwas verändert, aber im Großen und Ganzen sollte es doch passen. Noch dazu ist unser Auto im Moment sehr zuverlässig und macht uns keine Probleme.
Heute hat mich jemand gefragt was mein Wunsch für diese Saison wäre. Ganz klar: Am Ende in Abu Dhabi mit den meisten Punkten ganz oben zu stehen.
Aber bis dahin ist ja noch Zeit. Im Moment freue ich mich einfach auf das erste Training morgen.
Bis bald, euer Sebastian
Tagebuch Europa
Hi Leute!
Tschuldigung, dass ich mich erst heute melde! Aber gestern war alles sehr hektisch. Zuerst das Rennen, dann Fußball gucken, dann mußte ich am Ende sogar mit der Siegerflasche unterm Arm zum Auto rennen, um schnell zum Flughafen zu kommen.
Aber, alles in allem: Was für ein perfekter Sonntag!
Ich bin einfach nur überglücklich über den Sieg und die wichtigen WM-Punkte. Als das Safty-Car rauskam, hatte ich zwar meine Bedenken ,ob ich dadurch vielleicht noch eingeholt werden könnte, aber am Ende ist dann doch alles gut gegangen. Mein Start war eigentlich sehr gut, nur war ich sehr überrascht wie eng das Feld auf einmal zusammen war. Lewis war nah bei mir und wir haben uns leicht berührt - aber Gott sei Dank ist dem Auto nichts passiert und ich konnte nach ein paar Kurven weiter wegkommen.
Das Auto war heute einfach perfekt und es hat richtig Spaß gemacht.
Das einzig negative heute war der furchtbare Unfall von Mark. Ich war sofort in Kontakt mit der Box um sicher zu gehen, das alles okay ist und war erleichtert, dass es ihm gut ging. Solche Unfälle erinnern und einfach an die Gefahren die wir uns aussetzen. Ich bin einfach nur froh, dass heute niemand verletzt worden ist.
Der Sieg heute hat uns wichtige WM-Punkte gebracht und war ein guter Schritt in die richtige Richtung, Wir müssen jetzt einfach so weitermachen und das Auto einfach konstant über die Ziellinie bringen – am Ende zählt jeder Punkt.
Ach ja: Ein ganz großes Lob nicht nur an mein Team, sondern auch an die deutsche Fußballnationalmannschaft! Das 4:1 gegen England war genial und ich bin mir sicher, dass mir mein englisches Team meinen Jubel verzeihen kann.
Wir hören uns in Silverstone!
Euer Sebastian
Hi Leute!
Dieser Tag heute war einfach perfekt und ich freue mich riesig über die Pole Position. Ich bin ja im Qualifying beim letzten Run als Erster über die Ziellinie gefahren und musste noch ein wenig warten. Als dann der erlösende Funkspruch kam, habe ich einfach
nur vor Freude gebrüllt und hoffe, dass ich das morgen nach dem Rennen auch machen kann.
Es tut einfach sehr gut nach den letzten Rennen, bei denen nicht immer alles optimal gelaufen ist, wieder ganz vorne zu stehen. Obwohl die Strecke hier in Valencia nicht unbedingt unsere beste ist, haben wir
uns durchgesetzt, auch deswegen, weil wir ein paar neue Sachen ins Auto gebracht haben. Der F-Schacht funktionierte gestern noch nicht hundertprozentig, aber unsere Jungs haben in der Nacht auf heute noch mal ganze Arbeit geleistet und einen Schritt nach vorne gemacht.
Das wichtigste morgen ist ein guter Start. Unser Auto ist sehr zuverlässig und macht keine Probleme. Deswegen sollte ich schauen, die erste Runde gut zu überstehen und vor allem vor den ersten Kurven
soweit wie möglich von den McLaren weg zu bleiben, die dann auf der Geraden gefährlich schnell werden können.
Natürlich ist bei uns auch das morgige Fußball-WM-Achtelfinale ein großes Gesprächsthema. Aber wie ich schon gesagt habe, bis 16 Uhr sind wir alle, egal ob Deutscher oder Engländer, ein Team, das ein
gemeinsames Ziel hat. Die Formel 1 ist vielleicht mehr ein Einzelsport als der Fußball, aber auch bei uns gibt es ein großes Team, sowohl an der Strecke als auch in der Fabrik, ohne die die Erfolge einfach nicht
möglich wären.
Drückt mir und auch der deutschen Fußballnationalmannschaft die Daumen!
Bis morgen, Ich hoffe, es gibt fuer Deutschland einen Doppelsieg!!!
Sebastian
Hi Leute!
nach dem heutigen Training habe ich ein ganz gutes Gefühl. In Kanada lagen wir von den Zeiten zwar alle ein bisschen näher beinander, hier in Valencia scheint sich McLaren aber heute etwas schwerer getan zu haben. Abschreiben darf man sie trotzdem nicht! Ferrari und Mercedes sind ziemlich gleich. Für uns könnte diese Strecke etwas schwieriger werden.
Mit meinem Getriebe sollte es an diesem Wochenende keine Probleme geben. Wir haben alles analysiert und überprüft – es sind keine Folgeschäden geblieben. Wir düften also in Valencia straffrei bleiben.
Außerdem sind wir heute mit F-Schacht-System gefahren, allerdings klappt es noch nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt haben. Änderungen sind allerdings eher schwierig umzusetzen, da zwischen den Trainings nicht viel Zeit ist. Alles in allem hat es sich aber schon etwas besser als in Istanbul angefühlt.
Für heute genießen wir noch den schönen Tag und das schöne Wetter und freuen uns auf das morgige Qualifying.
Bis dann,
Euer Sebastian
Hi Leute!
Der Faszination der Fußballweltmeisterschaft kann man sich nicht entziehen, auch im Fahrerlager ist die WM Gesprächsstoff Nr.1.
Ich habe mir gestern das Spiel Deutschland gegen Ghana auf dem Sofa angeschaut und bin erst heute morgen in Valencia angereist.
Das Spiel der Deutschen war eher verkrampft. Bei jeder Aktion hat man gemerkt, dass keiner einen Fehler machen wollte. Aber Ghana machte es unserer Mannschaft auch nicht einfach, weil sie mit 8 Mann Beton angerührt haben. Genau deswegen bin auch sehr optimistisch was das Spiel gegen England angeht. Die Engländer werden gnadenlos versuchen nach vorne zu spielen, das eröffnet unserer jungen Mannschaft die Räume, die sie brauchen.
Bis 16 Uhr sind wir am Sonntag ein Team, nach dem Rennen werden wir uns allerdings in zwei Gruppen spalten.
Ein deutscher Doppelsieg ist genau das was ich mir am Sonntag wünsche.
Bis dann,
Sebastian
Tagebuch Kanada
Hi Leute!
Ich wünschte, dass ich genau sagen könnte, was heute schief gegangen ist, aber das kann ich nicht. Am Anfang schien alles gut zu laufen und dann war ich auf einmal nur mehr Vierter. Zwischendurch
musste ich auch die Reifen schonen und hab dadurch viel an Zeit verloren.
Das Problem war, dass wir sehr kurz gefahren sind und dann überrascht waren, dass die anderen Fahrer doch so nah waren. Normalerweise müssen die ihre weichen Reifen nach sechs Runden wechseln und bleiben dann im Verkehr stecken, dem war aber nicht so.
Zu den Reifen an sich: Ich denke immer noch, dass wir die richtige Entscheidung mit den harten Reifen getroffen haben, denn die weichen habe ja gar nicht gehalten. Wieso die Dinge aber so gelaufen sind, wie sie sind müssen wir jetzt noch herausfinden. Alles in allem finde ich aber, dass wir hier doch stark waren, es war halt nicht unser Sonntag.
Ich wusste, dass der Kurs in Kanada unser schwierigster sein könnte, deshalb Kopf hoch und nach vorne schauen.
Bis dann,
Sebastian
Hallo Leute!
Hi Leute!
Im Großen und Ganzen bin ich mit dem heutigen Qualifying sehr zufrieden. Zugegeben, es war nicht eines meiner besten und ich hätte schneller sein können, trotzdem ist der 3. Platz eine gute Ausgangsposition, vor allem wenn man bedenkt, dass ich damit morgen am Start auf der sauberen Seite stehe. Das könnte ein entscheidender Vorteil beim Beschleunigen auf die erste Kurve sein. In der Vergangenheit hatte ich immer gute Starts, ich hoffe das ist auch morgen so. Ob ich gleich nach dem Start angreifen werde, kann ich noch nicht so genau sagen. Das muss sich aus der Situation heraus ergeben. Der Weg zur ersten Kurve ist nicht gerade lang... Und nochmal zum Thema Reifen: Jedes Team hatte hier seine Schwierigkeiten, aber wir haben gleich gemerkt, dass die weichen Reifen einen Katastrophe sind und sehr schnell verschleißen. Ich denke, dass wir mit den harten Reifen, mit denen wir das Rennen starten, eine gute Wahl getroffen haben. Doch genau wissen wir das erst nach dem Rennen.
Euer Sebastian
Hallo Leute!
Das erste Training in Kanada ist für mich sehr gut gelaufen. Wir sind mit dabei und nicht nur deshalb macht es richtig Spaß. Die Strecke ist, weil sie seit
zwei Jahren nicht mehr richtig befahren worden ist, noch etwas rutschig. Teilweise wurde der Asphalt erneuert und dadurch sind wir am Anfang eher wie auf Glatteis gefahren.
Besonders wichtig: Wir müssen uns alle hinter die Ohren schreiben, genug Abstand zu den Mauern zu halten. Ein klein wenig zu schnell und man kommt auf den Dreck und rumms - schon hängst Du am Haken. Aber es ist einfach eine Herausforderung, man muss sich ans Limit herantasten.
Noch etwas: Dadurch, dass die Strecke noch nicht viel Gummi hat, blockieren die
Vorderräder sehr schnell. Natürlich könnte man jetzt die Bremsbalance nach hinten stellen, aber dann hat man dasselbe Problem auf der Hinterachse. Deswegen ist es sehr wichtig einen Kompromiss zu finden und Geduld zu haben. Also dann,
Bis morgen, Sebastian
Hallo!
Ich bin viel besser gelaunt als das Wetter hier, wir hatten heute nämlich Regen und unangenehme Temperaturen. Nach einem Interview mit einer Produktionsgesellschaft, die für Bernie Ecclestone arbeitet, bin ich um zehn Uhr vom Hotel zur Strecke gefahren. In Montreal muss man über eine Brücke, die Downtown mit der Ile de Notre-Dame verbindet. Am Ende muss man immer ein bisschen warten, da die Cops hier immer erst die Fußgänger gehen lassen. Dabei erkannten mich einige im Auto und fast alle hatten Red-Bull-Autogrammkarten. Das war ebenso überraschend wie angenehm. An der Strecke lief alles wie gehabt an einem GP-Donnerstag . Ok, die Presserunden waren – sagen wir mal – ein wenig ausführlicher aus sonst (Ihr könnt Euch denken, warum), aber sonst war alles wie gehabt. Ich muss mich jetzt fertig machen für ein Charity-Dinner mit Bernie Ecclestone und den Fahrerkollegen. Ich habe nicht die passenden Klamotten mitgenommen, dann bleibe ich halt bei meinen Jeans…
Euer Sebastian
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Tagebuch Türkei
Hallo!
Ihr habt ja alle gesehen was passiert ist. Das waren so Momente in einem Rennen in denen man sich die ersten 20 Minuten erstmal zurückzieht ohne gleich in Kameras zu laufen. Deshalb habe ich oft Mitleid mit Fußballspielern, die direkt nach Abpfiff voll gepumpt mit Adrenalin, Interviews geben, die sie später vielleicht bereuen. Trotzdem: Ich habe keinen Fehler gemacht. Ich war viel schneller als Mark. Ich werde jetzt versuchen das ganze positiv zu sehen, weil ich den Speed mit meinem Auto wieder gefunden habe der mir in meinen letzten zwei Rennen fehlte. In Kanada wird es schwierig mit den langen Geraden, aber ich werde wieder voll angreifen...
Euer Sebastian
Hallo!
Q1 und Q2 waren perfekt! Randy Mandy hatte sich bewährt. Sie war schnell und zuverlässig. Ich hatte sofort ein gutes Gefühl.
Platz:1 in Q1 und Q2. Ich war zuversichtlich, dieses Ergebnis in Q3 wiederholen zu können. Doch dann passierte irgendetwas am Auto, von dem wir noch nicht genau wissen, was es war! Ich merkte das schon im ersten Turn. Deshalb war auch die Zeit im 3. Sektor eine Katastrophe - trotzdem war ich noch Dritter.
Ein Rad hatte vorne links beim Bremsen blockiert. Ich dachte, ok, Mist, kann aber mal passieren. Dann wiederholte sich das Problem , das Auto bremste nicht wie ich es wollte, deshalb rutschte ich in der Kurve etwas raus und das war’s dann. Zuerst dachte ich, es sei ein Problem mit den Bremsen, bei genauer Untersuchung hatte sich aber herausgestellt, dass irgendwas hinten am Auto nicht mehr stimmte - was dazu führte, dass das Rad blockierte. Es ist zwar sehr ärgerlich, aber anders als bei den letzen Rennen lief bis zu diesem Defekt alles perfekt. Deshalb bin ich immer noch zuversichtlich, morgen mindestens auf's Podium fahren zu können.
Bis morgen
Sebastian
Hallo!
Die McLarens sehen hier in Istanbul stark aus, aber ldas taten sie ja öfters an Freitagen, deshalb lassen wir uns überraschen. Unser F-Schacht-System ist am Auto dran, funktioniert aber leider noch nicht zu hundert Prozent. Das F-Schacht-System zu erklären, ist ziemlich kompliziert, aber ich versuch’s mal: Wenn der Fahrer seine Hand oder sein Knie bewegt und damit ein Loch zuhält, wird die Luft so umgeleitet, dass am Heckflügel der Strom abreißt. Damit hat das Auto auf der Geraden weniger Luftwiderstand und wird dadurch schneller.In den Kurven will man das natürlich nicht haben, denn da braucht man den Anpressdruck um schneller durch die Kurven zu fahren. Das System funktioniert, das Umschalten auch, aber der Effekt, dass der Strom abreißt, das hat noch nicht ganz gepasst.Die Strecke ist übrigens ziemlich rutschig, dadurch dass hier während des Jahres wenig gefahren wird. Da brauchen wir noch ein wenig Gummi.
Bis bald
Sebastian
Hallo!
Nun ist es offiziell: Mein neues Auto heißt „Randy Mandy“. Den Namen haben wir heute Morgen frisch vergeben. „Randy Mandy“ hat uns allen sofort gefallen - ein reales Vorbild für die Gute gibt es allerdings nicht ;)
Hier in Istanbul geht es auf der Strecke bergauf und bergab und außerdem wird linksherum gefahren. Es ist sicher eine der schwierigen Strecken, wir haben alle Hände voll zu tun..
Das neue F-Schacht-System ist sicher ein Vorteil, wir denken dass es zwei bis vier Zehntel pro Runde bringen kann. Ob es so funktioniert, können wir aber erst nach dem morgigen Tag bestätigen.
Man hat mich heute gefragt, wer Fußball-Weltmeister wird: Natürlich Deutschland! Michael Ballack ist zwar bekanntlich verletzt, aber er wird dem Team moralische Unterstützung geben. Und wenn wir die Gruppenphase überstehen, können wir ganz weit kommen.
Bis bald,
euer Sebastian
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Tagebuch Monaco
Alles in allem war heute schon der Start entscheidend für meinen zweiten Platz. Ich war zuerst nicht ganz zufrieden, weil die Drehzahl stark in den Keller gefallen ist. Aber offensichtlich war der Grip sofort da, denn nach einem Blick auf Mark (Webber, Anm.) vor und auf Robert (Kubica, Anm.) neben mir war mir klar, dass ich am Schnellsten weggekommen war. Nach der ersten Kurve hatte ich Robert überholt und lag komfortabel auf Rang zwei.
Das gelbe Auto von Robert Kubica war aber das ganze Rennen mehr oder weniger mein Wegbegleiter. Der war heute nicht nur wegen der Farbe des Renaults kaum zu übersehen und hat eigentlich nie locker gelassen. Ich bin aber ein kontrolliertes Rennen gefahren. Dort, wo es eventuell Möglichkeiten zum Überholen gab, habe ich besonders darauf geachtet, viel Speed mitzunehmen.
Mit Mark habe ich im Moment den stärksten Konkurrenten um den Titel im eigenen Team. Heute war er insgesamt klar überlegen: vor allem nach den Safety-Car-Phasen. Da konnte er sofort wieder einiges an Zeit auf mich rausfahren.
Ich sag´s mal so. Dieser zweite Platz bringt wertvolle Punkte. Und in den nächsten Rennen kann es schon wieder ganz anders aussehen.
Jetzt freue ich mich aber erst einmal, hier in Monaco am Podium zu stehen. Vor acht oder neun Jahren ist mir das einmal beim Monaco Cart Cup gelungen – da aber noch auf einer kleinen Treppe.
Vielleicht klappt es ja schon nächstes Jahr mit einem Sieg. Im Moment bin ich aber einfach nur happy, dass ich bei diesem Rennen bei den Feierlichkeiten dabei sein darf. Das ist schon etwas Besonderes.
Mark und ich sind jetzt mit 78 Punkten ex aequo in der Fahrerwertung vorne. Das heißt, alles beginnt bei Null.
Die Entscheidung im Qualifying war heute sehr eng. Es ist für mich nicht ganz optimal gelaufen, aber ich ich bin sicher, dass wir ein sehr konkurrenzfähiges auto morgen fürs Rennen haben werden.Kompliment an Mark, der in der schnellsten Runde so ziemlich alles auf den Punkt gebracht hat. Er hat den Vorsprung sicher nicht in einer einzelnen Kurve herausgeholt, sondern der Vorsprung hat sich an verschiedenen Passagen summiert. Sicher wäre auch von meiner Seite noch einiges mehr drinnen gewesen. Kann sein, dass ich etwas zuviel wollte.Doch beide haben wir gezeigt, dass unser Auto auch auf dem engen Stadtkurs von Monaco superschnell ist. Hier in Monaco ist mit der Pole-Position zwar schon sehr viel entschieden, aber die Kür folgt erst im Rennen. In 78 Runden kann viel passieren. Die richtige Strategie zum richtigen Zeitpunkt, das zählt in Monaco.Was die Risikofreudigkeit für morgen betrifft: Für mich gibt’s keinen Grund, beim Start etwas Dummes zu tun. Ich werde versuchen, auf der sauberen Seite zu bleiben und vielleicht komme ich ja an Robert Kubica vorbei. Wenn man dann auf Platz zwei ist, kann man weitersehen.Wir haben auf jeden Fall die Chance, morgen ordentlich Punkte mitzunehmen. Noch ist nicht aller Tage Abend, zumal Jenson Button und Fernando Alonso, die beide in der WM-wertung vor mir liegen, nicht gerade die beste Ausgangsposition haben, ebenfalls viele Punkte aus Monaco mitzunehmen.
Drückt mir die Daumen,
Euer Sebastian
Monaco ist eine besondere Strecke. Man lotst als Fahrer wie bei jedem Rennen die Grenzen aus. Mit dem Unterschied, dass in Monte Carlo ein Fehler gleichbedeutend mit einem Ausflug in die Mauer ist.In punko Sicherheit hat sich in den letzen Jahren einiges gebessert. Es gibt aber nach wie vor Abschnitte, die sehr gefährlich sind. Wenn man zum Casino hochfährt, dann kommt man blind über die Kuppe und weiß nicht, was dahinter wartet. Was man tun kann ist hoffen, dass keiner ein Problem hatte und dort steht. Denn wenn nicht gerade die gelbe Flagge draußen ist, dann fährt jeder mit vollem Tempo in diese Passage. Genau diese Ecken wie diese machen dieses Rennen jedes Jahr zu einem Abenteuer.Es wird im Qualifying und im Rennen ziemlich eng. Wir sind zwar toll dabei, einige andere Teams haben sich aber mehr als ebenbürtig gezeigt. Ferrari zum Beispiel. Auch Mercedes ist gut drauf und McLaren darf man sowieso nie unterschätzen.Im heutigen Training lief eigentlich alles nach Wunsch: Wir konnten unser Programm runterspulen und viele Runden sammeln. Ich fühle mich daher sehr wohl und dementsprechend gut ist meine Stimmung.Morgen haben wir einen Tag frei. Ich werde etwas länger schlafen, dann Sport machen und nochmal an die Strecke kommen, um den heutigen Tag zu analysieren.Bis bald,
Sebastian
Monaco ist ein ganz besonderes Rennen - und das in vieler Hinsicht. Das beginnt schon damit, dass hier
ein Rennwochenende einen Tag früher beginnt hier viel früher als jedes andere Wochenende im
Rennkalender.
So habe ich bereits am Dienstag im Stadion Louis II mit Leuten wie Fernando Alonso, Filippe Massa,
Nico Rosberg, Jaime Alguersuari am Charity Fußballspiel Nationali Piloti teilgenommen. Jogi Löw hat
seitdem noch nicht bei mir angerufen, soll verstehen, wer will. Ich habe noch nie zu früh ein Stadion
verlassen, dabei ist das doch das Hauptkriterium.... Scherz beiseite: Es war ein gutes Spiel, zwar
teilweise eine etwas chaotischere Organisation als bei den professionellen Spielern, aber wir spielen ja
auch in erster Linie weil es uns Spaß macht. Am Anfang war’s etwas leichter für unsere Mannschaft, doch
dann hat die Konkurrenz einige Spieler ausgetauscht, die uns unter Druck gesetzt haben. Trotzdem
konnten wir am Ende einen 4:2 Sieg mit nach Hausen nehmen.
Mittwoch ist Medientag, dh ein Interview folgt dem nächsten. Ich hatte aber das Gluck, dass mich die
Kollegen von Servus TV auf einem James Bond ähnlichen Boot interviewt haben, Da konnte ich dann
gleich noch meinen Speed auf dem Wasser testen...
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Tagebuch Spanien
Nach nachhaltiger Betrachtung des Renngeschehens heute bin ich dann doch zu dem Entschluss gekommen: Es waren heute 15 gewonnene Punkte.
Wenn man bedenkt, wie viele Dinge in die Hose gegangen sind, können wir eigentlich ganz zufrieden sein, überhaupt noch auf dem Podium zu stehen.
Es fing mit dem ersten Boxenstopp an. Es war nicht der schnellste, dann musste ich beim Rausfahren auch noch warten, weil gerade Alonso und Button reinkamen. In solchen Situationen kann man nicht einfach starten und riskieren, dass man jemandem ins Auto fährt.
Dann hat sich eine Bremse verabschiedet – ich denke vorne links. Das kam eigentlich zu einem Zeitpunkt, an dem ich das Auto geschont habe. Ich lag auf dem dritten Platz und hatte nichts mehr zu gewinnen oder zu verlieren.
Na ja: Plötzlich ging es geradeaus ins Kiesbett.Danach bin ich sofort an die Box, wo man aber auf die Schnelle das Problem nicht beheben konnte. Man hat mir schlussendlich nahe gelegt, aufzugeben. Ich wollte aber noch weiterfahren, um zumindest ein paar Punkte zu retten. In den letzten Runden habe ich versucht, in den Kurven Zeit rauszuholen. Auf der Bremse ging nämlich gar nichts mehr. Ich bin auf der Geraden vom Gas und habe dann durch Runterschalten mit dem Motor gebremst – ganz gesund war das für die Maschine natürlich nicht. Zum Glück hatte ich genügend Abstand nach hinten und konnte mir daher meine Rundenzeiten einteilen. Und am Ende hat es ja Gott sei Dank mit dem dritten Platz geklappt.
Realistisch gesehen war ein Sieg heute einfach nicht drin. Und in Anbetracht der Umstände konnte ich noch das Bestmögliche rausholen. Also sehe ich das Ende des Barcelona-Wochenendes durchaus positiv.
Bis zum nächsten Mal
Sebastian
Unser Auto hat einen richtigen Sprung nach vorne gemacht. Für den ersten Platz hat es leider nicht gereicht, aber ich hoffe , dass ich den Spieß morgen umdrehen kann.
Mark war im letzten Sektor besser und hat somit die Zeit gutmachen können.
Das wir beide in der ersten Reihe stehen ist natürlich ein großer Vorteil. Das Rennen ist sehr lange und es kann viel passieren. Unsere Autos sind sehr schnell und wir hoffen, sie als erstes über die Ziellinie zu bringen und dementsprechend viele Punkte mit nach Hause zu nehmen.
Zum Thema Wetter: Für das Wetter selbst gibt es natürlich nie eine Garantie, es könnte morgen auch Regen geben. Falls das Wetter aber so gut wird wie es in Malaysia war, muss ich noch etwas mehr Sonnencreme mitnehmen.
Auch wenn der Abstand zur Konkurrenz ganz angenehm ist, wäre es falsch sich darauf auszuruhen. Es kommt ganz allein darauf an, dass wir uns morgen im Rennen klar durchsetzen. Wir müssen unseren Vorsprung in Sachen Speed auf einer Runde auch in einen Doppelsieg ummünzen können.
Bis morgen,
Sebastian
Klar ist es schön, schon am Freitag vorne zu stehen, aber an einem Freitag geht es noch nicht um die Wurst, sondern eher um die goldene Ananas.
Der Tag war aber vor allem eine gute Belohnung an alle die Leute, die so lange am Auto gearbeitet haben. Die Teile sind alle eingetroffen, manche in letzter Minute, es war ein ziemlicher Akt alles anzupassen, aber am Ende hat’s gepasst - das Auto läuft nicht schlecht. Allerdings wäre ich gerne mehr Runden gefahren, vor allem am Ende.
Das Auto war nicht ganz vollgetankt, deshalb gehe ich davon aus, dass wir morgen alle näher zusammen stehen. Auch die anderen können dann unter die 1.19 Marke. Deshalb, wie sagt man so schön: Schön die Kirche im Dorf lassen...
Bis morgen,
Sebastian
Hallo!
Das Beste zum Auftakt der Formel-1-Europasaison mal vorneweg: Die Anreise zu Rennstrecken wie hier nach Barcelona ist wesentlich einfach wie Flüge nach Melbourne oder Shanghai – von fliegender Vulkanasche mal ganz abgesehen. Ich freue mich auf das Rennen auf dem Circuit de Catalunya, weil die Strecke unserem Auto extrem gut liegen müsste. Mein Red Bull ist überall gut, keine Frage, aber auf aerodynamisch so anspruchsvollen Kursen wie in Barcelona nochmal besonders. Die Bilanz aus den ersten vier Saisonrennen in Übersee ist einfach zu ziehen. Der Speed stimmt, drei von vier möglichen Pole Positions sind der Beweis. Bei den Rennen ist es nicht ganz optimal gelaufen. Es wäre mehr drin gewesen als ein Sieg – aber dennoch bin ich nicht ganz unzufrieden, weil ich nur einen Totalausfall zu verbuchen hatte. Das hätte schlimmer laufen können. In China veranstaltete das Wetter zudem eine Lotterie, bei der ich nicht das beste Los gezogen hatte.
Jetzt heißt es wieder nach vorne zu schauen. 15 Punkte Rückstand gilt es aufzuholen. Wenn man bedenkt, dass der Sieger 25 Punkte bekommt, ist das gar nicht so viel. Wie bei jedem Rennen haben wir auch hier in Barcelona einige Modifikationen an der Aerodynamik vorgenommen. Am Sonntag heißt es dann aber auch, diesen Aggregatzustand in einen Sieg umzumünzen.
Bis morgen,
Sebastian
Tagebuch China
Hallo!
Ich sage Euch, das war heute ein echtes Chaosrennen. Es war unheimlich schwierig zu fahren und die richtigen Reifenentscheidungen zu treffen. Am Ende muss man da mit dem sechsten Rang noch zufrieden sein. Ich hatte im Rennen einige Probleme mit dem Auto. Ein Fehler am Anfang hat schon einiges gekostet und das hat sich dann halt summiert. Entscheidend war, wer nach den Restarts die Reifen am schnellsten auf Temperatur bringen konnte. Das hat Lewis (Hamilton, Anm.) gezeigt, der in diesen Phasen einiges gut machte.
Letztendlich war das Rennen eine Lotterie. Und genau in solchen GPs ist es wichtig, zu punkten. Es kann nämlich sehr schnell völlig daneben gehen. Jetzt müssen wir verstehen, warum es bei diesen Bedingungen nicht geklappt hat, auch wenn diese Bedingungen so schnell nicht wiederkommen werden. Wir müssen verstehen, warum wir zu manchen Zeiten im Rennen zu langsam waren.
Sebastian
Hallo,
was ein Training. Ich hatte schon fast nicht mehr mit der Pole Position gerechnet. In der heutigen Quali ist mir wieder die Bestzeit gelungen. Zwar auf dem letzten Drücker, aber das ist am Ende egal. Es hat uns ehrlich gesagt ein bisschen überrascht, dass wir mit beiden Autos ganz vorne stehen. Wir hatten die McLarens etwas stärker eingeschätzt. Warum die im letzten Qualifying nicht mehr so stark waren, weiß ich jetzt noch nicht. Wichtig war, dass wir alles aus uns rausgeholt haben.
Die Pole Position könnte in diesem Rennen ein besonderer Vorteil sein, da es laut Wetterbericht morgen nicht so schön sein wird wie heute. Wenn man bei Regen irgendwo in der Mitte des Starterfelds wegfährt, dann sieht man nämlich aufgrund des aufgewirbelten Wassers nicht gerade viel. Wie es genau wird, kann man aber nicht vorhersagen. Es gibt also noch einige Fragezeichen.
Mit zwei Autos in der ersten Reihe ist die Stimmung im Team natürlich exzellent. Das war aber schon vor dem Sieg in Malaysia so, als wir noch mit einigen Problemen zu kämpfen hatten. Was die Zuverlässigkeit des Autos betrifft, haben wir definitiv einen Schritt nach vorne gemacht. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Boliden am Limit gebaut sind, da kann schon hin und wieder etwas kaputt gehen. Das ist in dieser Saison nicht nur uns, sondern auch anderen Teams passiert.
Wirklich wichtig wird es erst morgen. Im Rennen wartet bei einem Dreher oder so keiner auf dich, da geben alle volles Programm. Aber wir sind in einer guten Ausgangsposition.
Bis morgen,
Sebastian
| Diese Wörter habe ich heute auf Chinesisch gelernt: | ||
| Hallo | 浣犲ソ | Ni Hao |
| Tschüss | 再見 | Zai Jian |
| Formul 1 Auto | 涓€绾ф柟绋嬪紡璧涜溅 | Yi Ji Fang Cheng Shi Sai Che |
| Rennstrecke | 璧涢亾 | Sai Dao |
| Fans | 杞﹁糠 | Che Mi |
| Gewinnen | 鑾疯儨 | Huo Sheng |
| Spaß | 涔愯叮 | Le Qu |
| Kampf | 浜夊ず | Zheng Duo |
| Trophäe | 濂栨澂 | Jiang Bei |
| Red Bull | 绾㈢墰 | Hong Niu |
浣犲ソ Ni Hao (Hallo)!
Auch wenn man am Freitag noch nicht viel sagen kann, eins steht fest: Die silberne Fraktion (Mercedes) war heute sehr stark. Grund: Es gibt hier auf der Strecke eine sehr lange Gerade und man weiß, dass der Mercedes-Motor dort sehr stark ist.
Das F-Schacht-System von McLaren (ein Luftschlitz am Chassis sorgt bei Bedarf für Strömungsabrisse und mehr Top-Speed, Anm.) hilft natürlich auch überall. Ich hatte heute Morgen so einen Moment, als ich hinter Jenson Button gefahren bin. Eigentlich war ich in einer Situation, wo man sagt: „Am Ende der Geraden hab ich dich!“ Aber ab der Mitte ist er wieder davongezogen. Normal hat man im Windschatten einen deutlichen Vorteil. Dem war heute nicht so. Da könnte man ins Lenkrad beißen...
Es ist noch immer frisch hier und alle laufen in Jacken rum. Daher ist es auch schwer, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Die Reifen haben hier ein hartes Leben.
Und noch etwas gibt es zu beachten: In der ersten Kurve gibt’s eine großen Bodenwelle und auch mit wenig Benzin setzt das Auto hier auf. Aber, ich bin guten Mutes, dass wir morgen wieder voll der Musik sein werden. Bisher ist uns über Nacht nämlich immer etwas eingefallen, um schneller zu werden...
再见 Zai Jian (Tschüss),
euer Sebastian
Hallo! Ich melde mich hier aus Shanghai. Das Wetter ist sehr unbeständig, doch das war in den letzten Jahren auch schon so. Im Moment ist es noch schweinekalt und alle laufen mindestens in einer Jacke rum. Sonntag wird’s dann hoffentlich wärmer, aber lassen wir uns überraschen. Gleich bei meiner Anreise gab’s einen kleinen Zwischenfall: 20 Sekunden vor dem Start meines Flugzeugs haben die Piloten festgestellt, dass mit einen Triebwerk etwas faul war. Wir mussten dann zurück zum Terminal und den Flieger wechseln. Aber ich sag’ mal: besser 20 Sekunden vorher entdeckt, als 20 Sekunden zu spät. Die Strecke in Shanghai liegt uns. Letztes Jahr haben wir hier den ersten Sieg für unser Team überhaupt gefeiert. Uns scheint dieses Land Glück zu bringen. Ich kann auch schon „Guten Tag“, „Dankeschön“ und „auf Wiedersehen“ auf Chinesisch sagen. Ich hatte übrigens schon sportliche Betätigung abseits der Rennstrecke: Die BBC hat uns eingeladen, Tischtennis zu spielen. Dabei musste ich auch gegen einen Profi antreten. Ich hab zwar nicht so gut ausgesehen, aber einen Punkt habe ich gemacht – den Ball hat er nicht mehr gekriegt!
再見 (Tschüss)
Sebastian
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Tagebuch Malaysia
Ich bin richtig happy. Endlich hat man gesehen, wozu wir in der Lage sind. Wir haben die gute Basis schon im Qualifying gelegt, deshalb konnten wir uns im Rennen etwas zurücklegen. Dass es keinen Regen gab, war auch kein Nachteil. Obwohl: Es war so verdammt heiss, da hätte man eine kleine Abkühlung gebrauchen können. Den Grundstein für meinen Sieg habe ich beim Start gelegt. Der war Klasse! Mark hat mich danach ganz schön unter Druck gesetzt, aber das ist völlig ok so. Bei der Siegerehrung habe ich ein bißchen viel vom Siegerchampagner geschluckt - ich hab das gemerkt, aber, was solls! Heute ist einfach alles perfekt! Ein Ostersonntag, wie ich ihn mir gewünscht habe.
Bis morgen,
Sebastian
Ich denke, wir können heute stolz auf unser Ergebnis sein. Ich freue mich auch für Mark, weil sein Mut, als einziger im letzten Qualifying mit Intermediates auf die Strecke zu gehen, belohnt wurde. Grundsätzlich gilt: Die Wahrscheinlichkeit, auf der spiegelglatten Bahn heute Fehler zu machen, war größer als glatt durchzukommen. Ein Problem war: Man konnte sich nie sicher sein, ob man gerade die richtigen Reifen festgezurrt hatte. Der Abbruch übrigens war richtig, denn zu diesem Zeitpunkt war es kein Autofahren mehr sondern surfen. Die Basis, morgen ein gutes Rennen abzuliefern ist für uns allemal vorhanden. Aber ausruhen auf unserem Qulifyingergebnis dürfen wir uns nicht. Das Rennen ist verdammt lang und wer weiß, was der Wettergott morgen mit uns vorhat...
Bis morgen,
Sebastian
Im Auto hat es sich heute angefühlt wie in ner Sauna! Es war kein einfacher Tag fuer uns, wir sind noch nicht ganz da, wo wir sein wollen.
Es gab einige Kleinigkeiten, die uns vom geplanten Programm abgebracht haben und so konnten wir nicht ganz so viel fahren wie wir wollten.
Ich bin nicht so richtig zufrieden mit meiner Kiste, aber wir haben ja noch Zeit bis morgen, hoffentlich finden wir was. Wir haben auf jeden Fall schon ein paar Ideen. In Bahrain und Melbourne kam der zündende Gedanke ja noch über Nacht.
Was die anderen Teams betrifft hat man gesehen. McLaren war relativ leicht unterwegs und trotzdem sehr schnell, Mercedes ist bei der Musik dabei und Ferrari war heute eher schwerer unterwegs, aber trotzdem, schaut man sich die Runs an, nicht zu unterschätzen...
Bis morgen,
Sebastian
Pack die Badehose ein,
Malaysia ist eine Strecke, die unserem Auto liegen sollte auch letztes Jahr waren wir hier schnellstes Auto mit nur einem Diffusor. Was allerdings nicht so angenehm ist - die tropische Hitze. Die Wahrscheinlichkeit, dass es am Sonntag regnen wird, ist groß. Das steht in Malaysia auf dem Tagesplan. Es regnet um 2 Uhr, 4 Uhr oder 6 Uhr und wenn’s hier regnet, dann schüttet es richtig, nicht so wie man das aus Deutschland kennt, dass es sich langsam einregnet. Letztes Jahr stand so viel Wasser auf der Strecke, dass wir mit unseren Kisten nur noch geschwommen sind. Das Fahren im Regen ist nicht so leicht wie im Trockenen. Im Trockenen kann man besser abschätzen, was das Auto und die Reifen zum jeweiligen Zeitpunkt können, bei Regen muss man viel mehr mit Gefühl fahren, ansonsten schwimmt man schnell ins Kiesbett. Die Badehose haben wir jedenfalls eingepackt, lassen wir uns ueberraschen.
Bis morgen,
Sebastian
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Tagebuch Australien
Servus,
Heute gibt’s nicht viel zu sagen, ich habe das Rennen dominiert... dann das vorzeitige Aus, das ist frustrierend!
Wir hatten ein Problem mit dem linken Vorderrad. Der Defekt hatte sich kurz vorher angekündigt. Wir wollten in die Box fahren um zu schauen was wir machen können, aber bis dahin kam ich gar nicht. Als ich anbremsen wollte hatte das linke Vorderrad nicht gebremst, Liz war nicht mehr zu halten und ich steckte mit ihr im Kiesbett fest.
Auch wenn es mir nicht gefällt, natürlich wäre ich lieber mit 50 als mit 12 Punkten nach Malaysia gereist, aber man kann nun nichts mehr dran ändern. Die Kiste ist schnell, wir müssen nur schauen, dass sie es bei den nächsten GP's über die Ziellinie packt!
Hauptsache die Eintracht hat gewonnen :)
Wir hören uns in Malaysia
Sebastian
Servus,
Wahrer Mannschaftsgeist: Wenn sich die Teamkollegen gegenseitig den Vortritt lassen, wenn es um Pole Positionen in ihren Heimatländern geht. Mark holte Pole im vergangenen Jahr am Nürburgring, ich dafür jetzt in Australien. Das haben wir natürlich vorher so ausgemacht. Aber im Ernst: Es ist ein bärenstarkes Ergebnis für uns beide vorne zu stehen, das verleiht Red Bull nochmal zusätzlich Flügel.
Am Freitag konnte man noch nicht unbedingt davon ausgehen. Zumindest, was mich betrifft. Aber wie schon in Bahrain fanden wir über Nacht die entscheidenden Verbesserungen. Das ist ein gutes Zeichen. Ich freue mich jetzt auf morgen. Pole ist die beste Position, von der wir starten können, aber es ist ein langes Rennen und hier kann sehr viel passieren. Wichtig ist zunächst ins Ziel zu kommen und natürlich ist es mein Ziel da zu enden, wo ich morgen losfahre. Mehr geht ja auch nicht. Übrigens: Im Qualifying ist es entscheidend, auf den Punkt zu fahren. Wichtig ist, dass man an sich glaubt und totales Vertrauen in sein Auto zu haben. Dann braucht man nicht viele Runden, sondern schafft die eine entscheidende. In Meldbourne ist es extrem wichtig den Rhythmus zu finden, wenn man den mal hat, kann man das wie einen An und Aus Schalter benutzten. Heute hat das perfekt funktioniert. ...
Vor uns ist morgen niemand. Jetzt brauchen wir einen guten Start wie in Bahrain, dann muss man sehen was passiert, lassen wir uns übberraschen…..
Punkte gibt’s erst morgen.
Sebastian
Servus,
Heute hat es zum erstenmal geregnet, seitdem wir hier in Australien sind. Das Training passte irgendwie zum Wetter - es verlief etwas chaotisch. Man verliert an so einem Tag wichtige Trainingszeit, weil wir alle in der Box gestanden und gewartet haben. Unterm Strich ist es aber gleich schlecht für alle, weil ja keiner die Möglichkeit hat mehr Daten und somit Erfahrung zusammeln als sein Konkurrent.
Ich hatte einen kleinen Ausrutscher im 2. Training, bei dem ich den Grip in den Auslaufzonen testete. Meine "Lucious Liz" zickte etwas, weil es Ende des zweiten Trainings wieder trockener war als sie dachte. Insgesamt scheint aber alles zu funktionieren, Liz rollt grundsätzlich gut, aber wir haben sie noch nicht ganz da, wo wir sie hinhaben wollen. Über Nacht werden wir hoffentlich noch was finden, damit es morgen im Qualifying rund läuft. Wie wir heute wieder gesehen haben, ist die Konkurrenz sehr stark und auf keinen Fall zu unterschätzen.
Tschüss, bis morgen
Sebastian
Servus,
Am Wochenende starten wir in Australien.
Nach dem Auftaktrennen in Bahrain wissen wir, dass unser Auto sehr schnell ist. Und es wird auch hier in Australien schnell sein. Beim Defekt im ersten Grand Prix glaubten wir zuerst an einen Auspuffschaden, aber es stellte sich heraus, dass die Zündkerze gebrochen war. Wir haben dann auf den letzten Runden 50 bis 100 Pferdestärken verloren, deshalb konnte ich den ersten Platz nicht halten. Glücklicherweise konnte ich das Auto aber noch als Vierter ins Ziel bringen. Der Fehler sollte jedenfalls nicht mehr passieren. Dass die Zündkerze bricht, kommt wirklich sehr selten vor.
Ferrari war in Bahrain sehr stark, wie auch schon in den Winter-Tests. Aber es geht in der Formel 1 immer von Strecke zu Strecke. Vier Teams sind vorne dabei, aber auch das Mittelfeld kommt schon nahe an die vier heran, wie beispielsweise Force India in Bahrain.
Noch etwas: Ich habe hier in Australien schon Boomerang werfen geübt. Das ist gar nicht so einfach wie man es sich vorstellt. Ich habe mir mal angeschaut, wie das überhaupt funktioniert. Es hat Spaß gemacht. Manchmal ist er auch wirklich zurückgekommen, meistens aber eher nicht.
Man muss immer den Wind genau beachten, bevor man das Ding wirft. Der genaue Abwurf ist ebenfalls entscheidend.
Ach ja: Aus meiner hessischen Heimat habe ich heute ein Geschenkbekommen, das mich unheimlich gefreut hat. Die Mannschaft von Eintracht Frankfurt hat mir ein Wimpel zukommen lassen mit allen Unterschriften der Spieler und einer Widmung vom Eintracht-Weltmeister Bernd Hölzenbein.
Bis bald
Sebastian
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Tagebuch Bahrain
Vettel: Wir haben alles richtig gemacht
Sonntag, 14. März
Bis 15-20 Runden vor Schluss lief heute alles perfekt. Ich lag in Führung und hatte gut mit den Reifen hausgehaltet. Der Fernando (Alonso, Ferrari, Anm.) hatte zum Beispiel versucht, eine Attacke zu reiten. Mit der Erkenntnis, dass seine Pneus schnell den Geist aufgeben werden, wenn er so weitermacht.
Na ja: Dann hatte ich plötzlich keine Leistung mehr auf der Geraden. Ich denke, dass irgendein mechanisches Teil, irgendeine Pumpe nicht mehr funktionierte. Zuerst war ein Loch im Auspuff die Vermutung. Aber da stellt man sein Auto normalerweise ein, zwei Runden später ab.
Ohne „Dampf auf der Kette“ wurde ich recht schnell von den Ferraris überholt. Ich habe dann vor allem in den Kurven versucht, die Kiste fliegen zu lassen. Letztendlich ist die Schadensbegrenzung geglückt: dieser vierte Platz könnte wertvolle Punkte für die WM bringen.
Mein Fazit: Wir haben heute im Rennen alles richtig gemacht. Die Erkenntnis, dass unser Auto funktioniert, tut gut. Das macht Mut für das nächste Rennen.
Bis zum nächsten Mal
Sebastian
Samstag, 13. März:
Ehrlich gesagt: Mir ist heute ein ziemlich großer Stein vom Herzen gefallen, deshalb freute ich mich besonders über die Pole Position. Am Freitagabend hatte ich nämlich noch einen richtig dicken Hals. Es lief im Training alles andere als rund, wir hatten sozusagen "Sand" im Getriebe. Ich konnte nicht zufrieden sein. Aber ich wusste auch: Meine Liz ist nur dann eine kleine Zicke, wenn man ihr nicht das gibt, was sie braucht: Das optimale Set up. Über Nacht fiel dann der Groschen. Was mich an meiner Pole besonders freut: Heute waren alle „gleich leicht“ unterwegs. Dass ich das Qualifying auf Platz eins beendet habe, bedeutet also nur eines: Wir waren auch tatsächlich die Schnellsten.
Jetzt kann ich heute Abend beruhigt ins Bett gehen und muss mir nicht über die mögliche Strategie meiner Konkurrenten den Kopf zerbrechen.
Sicher ist, dass auch Ferrari sehr stark unterwegs ist. Beide Autos sind unter den Top drei, ich gerade noch davor. Das verspricht jede Menge Spannung für morgen. Auch, weil einige Teams heute vielleicht nicht den besten Tag erwischt haben und morgen voll angreifen werden. Abschreiben darf man niemanden.
Es ist sehr schwer zu sagen, was morgen passieren wird. Aber es ist keiner in einer besseren Ausgangslage als wir....
Sebastian
Wegen einer kaputten Bremsscheibe musste Sebastian Vettel heute länger pausieren, als ihm lieb war. Warum er trotzdem optimistisch ist und ob er noch Asse im Ärmel hat, verrät er in Teil 2 des Bahrain-Tagebuchs.
Freitag, 12. März:
Hier in Bahrain ist es so heiß, dass ich manchmal am liebsten im T-Shirt fahren würde.
Heute kam ich aber ungewollt etwas weniger ins Schwitzen: Im Training hat es beim Anbremsen der letzten Kurve nämlich die vordere linke Bremsscheibe zerrissen. Und ich bin einfach geradeaus geschossen – Gott sei Dank gibt es an dieser Strecke genug Auslauffläche.
Den Fehler zu beheben hat dann länger gedauert, was mich leider Fahrzeit gekostet hat. Aber jetzt sollte das Problem gelöst sein und das macht mich für morgen schon optimistisch.
Schwer wird das Qualifying sowieso. Die Strecke ist enorm rutschig und durch die vier neuen Autos wird es wohl eng. Dass einige Teams noch wesentlich langsamer sind, macht die Sache nicht einfacher. Vor allem in Q1 gilt es jetzt, irgendwie eine freie Runde zu finden. Und dann heißt die Devise: Vollgas!
Wünscht mir Glück!
Sebastian
Meine erste Streckenanalyse von Bahrain? Na ja, viel Asphalt.
Nein, im Ernst: Ich habe mir vor allem den neuen Teil des Kurses angeschaut. Er existiert schon ein paar Jahre, wird aber erst heuer befahren. Man schaut sich das Gefälle an, die Curbs und analysiert, welche Linie am schnellsten ist.
Sonst war natürlich noch auffällig, dass hier eine Unzahl von Leuten mit Kameras herumläuft. Jeder, der aus irgendeinem Grund ulkig aussieht oder einen Rennanzug trägt, wird sofort fotografiert. Woran das liegt? Wohl an Michael Schumacher. Er hat sehr viele Menschen aufgescheucht, die jetzt extra wegen seinem Comeback angereist sind. Stören tut mich das überhaupt nicht. Im Gegenteil: Er erzeugt Interesse und das ist gut für den Sport.
Michael ist 41. Klar, für Formel-1-Verhältnisse ist das sicher ein „erfahrenes“ Alter, aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.
Dass er außerdem mein Boxen-Nachbar ist, verändert für mich nichts. Ich werde ihm schon hin und wieder „Guten Morgen“ oder „Auf Wiedersehen“ sagen, aber ansonsten konzentriere ich mich auf mich und mein Team. Jeder hat seine eigenen Baustellen. Davon gibt´s genug, vor allem am Anfang der Saison.
Heuer kämpfe ich mit insgesamt vier Weltmeistern um den Titel. Was die machen, ist mir aber relativ wurscht, denn mein Ziel ist, glaube ich, jedem klar: Ich will nächstes Jahr an der gleichen Stelle stehen und hoffe, dass die Pressekonferenz dann mit fünf Weltmeistern abgehalten wird.
Vielleicht war ein heutiges Erlebnis ja das nötige Vorzeichen: Ich hatte irgendetwas im Nacken, greife hin und finde einen Marienkäfer in meiner Hand. Dass ich ihm dabei etwas weh getan habe, tut mir wirklich leid…
Bis morgen,
Sebastian
